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Der Chelsea FC will ein neues Stadion bauen

05.10.2011 106 Jahre nach seiner Einweihung hat Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch in dieser Woche die Weichen für einen Abschied seines Clubs von der Stamford Bridge gestellt. Um weiter im Spitzenfeld mitspielen zu können, komme für den Premier-League-Verein nur der Neubau einer größeren Arena infrage. Davor muss allerdings noch Überzeugungsarbeit geleistet werden, gehört das Grundstück doch Fans.

Abramowitsch kaufte 2003 zwar den Club für 210 Millionen Euro und pumpte bisher geschätzte 764 Millionen Euro in den Verein, das Spielfeld sowie der Vereinsname gehören allerdings weiter der von 13.000 eingefleichsten Fans gebildeten unabhängigen Gesellschaft der Chelsea Pitch Owners (CPO), die Anfang der 1990er Jahre gegründet wurde, um Chelsea in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit vor dem Bankrott zu retten und nicht zum Spielball profitgieriger Spekulanten werden zu lassen.

Weiterer Umbau keine Lösung

Diese Gefahr scheint aus Sicht der Club-Verantwortlichen gebändigt zu sein, weshalb unter anderem auch der Chelsea-Vorstandsvorsitzende Bruce Buck die Werbetrommel für eine neue und moderne Arena rührt. „Wir haben alle Möglichkeiten für einen Umbau durchgepielt“, erklärte der US-Amerikaner, der neben Abramowitsch der einzige Chelsea-Aktionär ist, obwohl er nur eine Aktie besitzt. „Jeder weitere Umbau wäre entweder nicht praktikabel oder zu teuer.“

Ein Ausbau des mittlerweile 42.000 Zuschauer fassenden Stadions samt der im Besitz von Abramowitsch umgebenden „Chelsea Village of football“ mit Bürogebäuden, Wohnhäusern und Hotels scheitert vor allem an den örtlichen Gegebenheiten. Das Areal an der Stamford Bridge ist mittlerweile bis auf den letzten Quadratzentimeter bebaut und im Nordosten zudem von Zugsgleisen begrenzt. Eine weitere in den letzten knapp 20 Jahren vorangetriebene Erschließung dürfte zudem an den Auflagen der Baubehörde scheitern.

Um den Fans den Verkauf ihrer Anteile und damit einen möglichen Umzug überhaupt schmackhaft zu machen, garantieren die Clubbosse den CPO-Mitgliedern, einen Standort nicht weiter als drei Meilen vom alten Stadion entfernt zu finden, sollten die Zelte an der Stamford Bridge tatsächlich vor 2020 abgebrochen werden. Ein Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt würde den Club allerdings für alle Möglichkeiten offenhalten.

Lokalrivale Arsenal legt vor

Im Kampf um wichtige Werbemillionen und Zuschaueranteile scheint Chelsea mit Blick auf die Ligakonkurrenz tatsächlich kaum Alternativen zu bleiben. Während Lokalrivale Arsenal seit 2006 im 60.000 Zuschauer fassenden Emirates Stadium residiert, planen auch Rekordmeister Manchester United und Liverpool zumindest auf dem Reißbrett eifrig an ihren Fußball-Tempeln. Auf der anderen Seite würde ein größeres Stadion Chelsea auch nach dem Ausstieg von Mäzen Abramowitsch leichter finanzieren helfen.

Sogar Rekordspieler Ron Harris, der insgesamt 795 im Chelsea-Dress auflief und die „Blues“ als Kapitän unter anderem 1970 zum FA Cup und 1971 zum Gewinn der Europacups führte, kann sich deshalb für einen Neubau erwärmen. „Ein Umzug ist augenscheinlich die einzige Möglichkeit die Zuschauerkapazität zu erhöhen. Falls es gut für den Club ist, bin ich damit zufrieden.“

„Mehr Zuschauer bringen mehr Geld“

Den Kritikern versucht der 66-jährige ehemalige Verteidiger mit einer einfachen Rechnung den Wind aus den Segeln zu nehmen. „Zurzeit haben wir Platz für 42.000 Zuschauer. In ein größeres Stadion passen knapp 60.000, und das bringt einfach mehr Geld. Und solange es Chelsea zu einem größeren Club macht, kann es nicht falsch sein.“

Für Vorstand Buck sind die Zeiten des CPO-Rettungsschirms vorbei. „Chelsea wird für die Unterstützung immer dankbar sein“, sagte der US-Amerikaner. „Dank Herrn Abramowitsch ist die Gefahr allerdings weg, und wir können abgesichert für die Zukunft planen. Ich hoffe, dass alle CPO-Eigentümer dem Vorschlag zustimmen und ihre Anteile verkaufen.“

Abramowitsch als Sparefroh

Ein Stolperstein auf dem Weg zum neuen Stadion könnte allerdings ausgerechnet der Sparsinn von Eigner Abramowitsch sein. Zwar würden die 13.000 CPO-Mitglieder für ihre Zustimmung auf einer Ehrenplakette am neuen Stadion gewürdigt werden, mehr als die 1993 jeweils 100 Pfund sollen für sie nicht drinnen sein.

„Wir gehen davon aus, dass niemand seinen Anteil als finanzielles Investment angesehen hat, sondern dem Club symbolisch helfen wollte“, appellierte Buck in der „Daily Mail“ an die Ehre der CPO-Mitglieder. „Das sind Fans und wir glauben, dass sie nur das Beste für Chelsea wollen.“ Dass es sich dabei um einen der teuersten Baugründe von London handelt, scheint für die Club-Verantwortlichen dabei nicht ganz so wichtig.

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Kommentare  

 
+1 #8 T9rres 2011-10-11 14:48
Es wäre sinnvoll aber auch hart für die Fans!!
Wir wären endlich von Abramowitsch weg und wie Bayern vormacht würden auch Chelsea mehr Geld gewinnen!!

Der Fußball ist einfach moderner geworden und alle Vereine wollen bei dieser Modernisierung mitziehen
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+3 #7 Chelsea_Skipper 2011-10-06 17:24
Ich denke auch, dass Chelsea in der Zukunft irgendwann ein neues Stadion bauen wird, doch es ging mir nur darum, dass es eben schlicht falsch ist zum jetzigen Zeitpunkt zu behaupten, dass es OFFIZIELL ist! Es ist nämlich nicht offiziell und es hat keiner von den Verantwortliche n so gesagt. Wenn ich falsch liege, korrigiert mich gerne!
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+2 #6 John Rambo 2011-10-05 20:54
Naja es ist naiv zu glauben das Chelsea kein neues Stadion bauen will. Deutlicher geht es wohl kaum. Klar wird das jetzt nicht sehr schnell passieren, aber irgendwann muss das halt sowieso passieren.

Hoffe das die Pitch Owners jetzt keine Faxen machen und die Rechte verkaufen werden.
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-1 #5 Chelsea_Skipper 2011-10-05 18:08
Also: man muss hier mal ganz deutlich sagen, dass es NICHT OFFIZIELL IST, DASS CHELSEA EIN NEUES STADION BAUEN WILL!!! Wer auf der offiziellen HP lesen kann, ist klar im Vorteil:

"there are no plans to move and no discussions over any potential sites, buying back the freehold removes a potential hurdle should a suitable site become available in the future".

Es wird sich also momentan nur die Option offen gehalten, mit dem Rückkauf des Grundbesitzes in der Zukunft vielleicht ein neues Stadion zu bauen. Offiziell ist da nix und wieder mal traurig, wie deutsche Medien berichten, weil sie nicht genau recherchieren...
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+2 #4 John Rambo 2011-10-05 12:12
Endlich! Es wird echt Zeit. Ich bin absolut dafür, auch wenn es etwas weh tun wird.
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+3 #3 vinnie-the-axe 2011-10-05 12:04
Ich denke Roman hat viel für uns getan, er hat uns in erster Linie mal von Onkel Ken befreit, der die Fans am Ende kastriert hat und ihnen sehr viel genommen hat aber du kannst eben kein Herz rauben, mit noch sovielen verboten!

Wenn der Club seine Zusage einhält und das neue Stadion in der Nähe sein soll, sollten die Pitch Owner dem zustimmen!

Vielleicht nahme nwir uns ja dann alle eine Gemeinschaftslo ge
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0 #2 2011-10-05 10:02
Ganz so einfach ist es eben doch nicht. Da wird es berechtigter Weise Fans geben, die im neuen Stadion den gleichen Platz wollen wie an der Stamford Bridge. Weiterhin sehe ich auch ein Identifikations problem, denn ich ahne schon, dass es dann nach irgend einem Sponsor genannt wird.
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+8 #1 chelseafc 2011-10-05 09:08
Klar ist es erstmal bitter von da weg zu gehen, aber es geht um den Verein. Damit könnte Chelsea endlich schwarze Zahlen schreiben und das heißt langsam aber sicher von Abramovich unabhängig werden. Das wollen wir doch alle, oder nicht?

Allein wenn ich in andere Artikel lese, das Chelsea da durch 50 Mio Pfund jährlich mehr einnimmt, ist das die Sache wert. Es hat auch was mit der Financial Fairplay zu tun. Dann wird Chelsea endlich die 300 Mio Euro Marke brechen in Sachen Umsatz. Dann kommen wir Real, Barca, ManU und Bayern endlich sehr nahe.

Die 60.000 ist denke ich nur so ein Vorschlag was das neue Stadion mind. haben muss. Ich tippe eher auf 70.000.

Vergessen wir mal Real, Bayern, Barca, Bayern, Milan etc. und schauen nach England. Seit 2006 hat Arsenal ein neues Stadion für 60.000 Plätze. Liverpool plant auch ein neues Stadion zu bauen und vom legendären Anfield Road wegzuziehen. Sogar Man United bekommt nicht genug und will das eigene Stadion nochmal umbauen und auf über 80.000 Plätze vergrößern. Sogar Man City plant ein neues Stadion.

Chelsea muss einfach diesen Schritt gehen. Wenn der Ron Harris das schon sagt und dafür ist, dann muss das ja stimmen.

P.S. Der Typ im Video hat einfach recht!
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